Todo

In dieser TODO-Liste führen wir die Fragen / Probleme / Themen auf, die  wir noch aufgreifen oder vertiefen wollen:

  • Forschungsprogramm – “Computare und basal-konstituve Mechanismen”: 
    F1: Computare als connecting (HvF, D. Baecker, etc.): HvF -> das lateinische Wort computare bedeutet, daß Dinge in einen Zusammenhang gebracht werden. Com steht für
    „zusammen” und  putare heißt „betrachten, überlegen” -> AL:  nicht von Schlußfolgerungen im logischen Sinne ausgehen, sondern das Herstellen von Zusammenhängen, das connecting, als Computing zu begreifen. Und vice versa (PB/AL):  Abduktion u.a. Schlußfolgerungsweisen mit Blick auf Nachträglichkeit (aprés coup), Aufpropfung (greffe), Performativität und
    Denken von Ereigishaftigkeit in Derridas Dekonstruktion
    F2: Tausch – Ordnen – Rechnen?
    “Tausch und Ordnung laufen über eine Befähigung des Systems zur Negation, die möglicherweise an dieselbe Erfahrung der Inkommensurabilität und unreduzierbaren Komplexität der Komponenten des Systems rückgekoppelt ist, die auch das Zählen ermöglicht, wenn nicht sogar erzwingt.” (Dirk Baecker)
    F3:  Allg. Injunktivitaet + Computing (Connecting)?
    1) Realitaeten werden durch (er-)rechnende Anweisungen erzeugt (im fremdreferentiellen Sinne), kuerzer: Realitaeten werden “errechnet” (man koennte das dann auch auf Prozesse unterhalb von Unterscheidungen anwenden, bspw. Wahrnehmungen, u.ä.)
    2) Verweis auf selbstreferentielles Operieren (sensu: Performativa): selbstreferentielles Errechnen von zu prozessierenden Formen
    3) These: Errechnen von Anweisungen zur Umweltintervention -> Technik
    4) Injunktivität und Iterabilität / Reproduzierbarkeit des Selben
    5) Technisches und Essentialismus-Orientierung
    a) PB-These:  
    Ich vermute, daß Technisches wohl  “immer” essentialistisch / logozentrisch orientiert sein wird, weil man nur so “Determinismus” garantieren kann [Reproduzierbarkeit des Selben, Eindeutigkeit zw. SA und SE, etc -> s.u.: Logozentrismuskritik Derridas an der Kybernetik (Grammatologie)]
    b) AL: “Deswegen würde ich entgegen den Bestrebungen von Rolf, den Technikbegriff immer weiter in seiner Extension einzuengen, ihn eher ausweiten und schon die Platonische Ideenlehre als Bauingenieurtheorie lesen (Demiurgologie). Erstrecht die aristotelische Entelechielehre. Im Zuge dessen würde sich dann auch das Verhältnis von vermeintlichem Essentialismus und vermeintlichem Nicht-Essentialismus spannend verkomplizieren.”
    6) Semiose tieferlegen:
    a) Relation zu G. Günther?
    b) Dekonstruktiv / LoF-mäßig ansetzen -> AL: “
    Mein Vorschläg wäre […] nicht vom Sema (Semiose) auszugehen, sondern mit JD oder GSB vom cross! bzw (re-)mark!. Beides sowohl als Substantiv (Markierung/Kreuzung) als auch als genuin technischer Imperativ/Injunktion: “Markiere/kreuze oder auch: Überschreite (wieder)!
    Die zugrundeliegende Oberfläche (ein durchlässiges, diaphanes Membran, das schwankt zwischen von unten/hinten durchstossen – Lochmaske- werden und von oben eingedrückt) (unmarked but (re-)markable state; basale Wieder-Markierbarkeit ist dann im Zwischen zu “verorten”…
    c) PB: Welche Folgen hat der triadisch-relationale Ansatz von Peirce für Dekonstruktion / LoF?
    F4: AL:
    “Wenn man Tools und Zeuge wirklich differentiell als Marken, Supplemente, trait, Prothesen und “Unterschiede, die einen Unterschied machen” denken will, dann geht Visibilität/Invisibilität damit einher, dass der Unterschied, der die Unterscheidung macht, hinter die gemachte Entscheidung zurücktritt, dort verschwindet?” [pb. siehe auch Fokussierung / De-Fokussierung]
    “Weil er sich entzieht, ist der Zug (trait) apriori Entzug (re-trait), Nicht- Erscheinen, Verschwinden, Löschen seiner Markierung in seinem Aufriß.” (Derrida, Der Entzug der Metapher)
    7) Die Untrennbarkeit von Technizität und Wahrnehmung/Beobachtung:
    “We can no longer oppose perception and technics; there is no perception
    before the possibility of prosthetic iterability; and this mere
    possibility marks, in advance, both perception and phenomenology of
    perception. In perception there are already operations of selection, of
    exposure time, of filtering, of development; the psychic apparatus
    functions also like, or as, an apparatus of inscription and of the
    photographic archive. —Derrida (Copy, Archive, Signature 15)”
  • Forschungsprogramm – “Das Wie des Funktionieren von xy” ist die KYBERNETISCHE Frage:
    F1:
     Wir sollten HIER untersuchen, wie die Frage gemeint sein kann, also was wir als mögliche Antworten akzeptieren würden.
    F2: Und in welchen Theoriekontexten macht die Frage welchen Sinn?
    Zur Unterscheidung “Funktionieren / Benutzen”:
    F3:  Die Trennung von Funktionieren und Benutzen ist wohl nicht eindeutig pb-These: Das Wie-Funktionieren kann das Wie-Benutzen affizieren und umgekehrt. Wir müssen daher wohl doppelte re-entries bei der Unterscheidung von “Funktionieren / Benutzen” erkunden.
    Mögliches Vorgehen: 
    “Funktionieren / benutzen”  sind  zwei miteinander kurzgeschlossene Unterscheidungen: “funktionieren / nicht funktionieren” und “benutzen / nicht benutzen”. Wir sollten dann dreierlei tun: 1) auf der Außenseite der Unterscheidung nach weiteren Möglichkeiten suchen 2) beide Unterscheidungen koppeln -> “funktionieren / benutzen” 3) alle re-entries mit Blick auf mögliche Affizierungen durchdenken
    Zusatzthema:  Technisches Funktionieren vs. psychologische / soziologische Interpretationen (der Benutzung von Techniken, Technologiefolgen bspw. mit Blick auf die Unterscheidung “Risiko / Gefahr”, etc.)
    Das Problem der Kybernetik ist wohl die Marginalisierung von Semiose bzw. prinzipiellerer “Mechanismen” unterscheidungsbasierter Ansätze, die überhaupt erst die Formulierung von Kybernetik ermöglichen ->F1:Inwiefern betrifft das die Kybernetik? [Bspl.: schlußfolgerungsbasierte (oder im Sinne von: “compute as to connect”) Hypothesenbildung als allgemeine Voraussetzung, kybernetische Erklärungen als Sonderfall] F2: Welche Aussagen der Kybernetik wreden dadurch wie problematisch?
    F4: Dysfunktionalität: Basale Kaputtheit? “Materialinhärente” De-Konstruktion macht “das Funktionieren” zum Unwahrscheinlichen. Der Zerfall als Normalfall.
  • Forschungsprogramm: Computer als Maschine u / Medium?
    PB-These: Computer können als programmierbare (heutzutage: netzwerkfähige) Maschinen angesehen werden, die mit Blick auf das Kausalitätsmedium und Verbreitungsmedien beobachtbar sind. Sie ermöglichen die:
    1) Ausdifferenzierung von Interface-Arten,
    2) Ausdifferenzierung von Medienerfahrungen,
    3) Ausdifferenzierung von Telekommunikationsweisen (entsprechend der Raum-, Zeit-, Sach- und Sozialdimensionen des Sinns)
    4) Ausdifferenzierung von (maschinellen) Steuerungsweisen
  • Forschungsprogramm: Formanalyse / Dekonstruktion des Programmierens bzw. der Softwareentwicklung (inkl.: schlußfolgerungsbasierte, z.B. abduktive, Hypothesenbildung, compute-as-to-connect)
    Welche Unterscheidungen sind relevant? z.B. Hardware (notwendig) / Software (kontingent) mit re-entries (bei Virtualisierungslösungen), Programm – Daten mit re-entries (-> Selbstreferenz in der Programmierung, s.u.), Komplexitätssteigerung / -reduktion (s.u.)
    Subthema: Selbstreferenz in der Programmierung
    : Metaprogrammierung / Rekursivität [als NSI nach Thema 6 zu Sibylle Krämers Position]
    Softwareentwicklung und Komplexitätsmanagement: welche Strategien kommen zum Einsatz zur Reduzierung von und gleichzeitigen Erhöhung von (technischer) Komplexität? (Abstraktion, Generalisierung, Spezialisierung, Differenzierung, bspw. von abstraction levels à la ISO-OSI-Model oder in Betriebssystemenl, Tooleinsatz wie bei model-driven development, Hochsprachen zum Modellieren und Programmieren, diverse Framework-Typen, Design Patterns, usf.)
  • Forschungsprogramm zur MaterialwahlKonstruktiv-kybernetische Systemtheorie (Rolf Todesco) vs operativer Konstruktivismus: 
    1) Materialwahl
    steht bei konstruktivistischen Ansätzen nicht im Fokus, eher die medienspezifischen Konstruktions- und Signifizierungsleistungen. Warum ist das so? [pb-These: abstrahierende blackbox-Logik als Komplexitätsreduktionsstrategie]
    2) RT: “Man kann eine Semiose VORAUSSETZEN oder man kann ein toolmaking VORAUSSETZEN.Und im Re-Entry auf der Semiose-Seite frage ich mich, wie Zeichen je wahrgenommen werden könnten, wenn sie nicht hergestellte Gegenstände wären. Aber diese Frage ist natürlich an meine Sicht gebunden, also keine Frage, die ich an Form-Semiose-Theoretiker richten will.”
    3)  AL zu Materialwahl vs Materialentscheidung: “Wahl legt überdies nahe, es gäbe bereits vorfindliche Entitäten, die nur noch adaptiert werden müssten. Deswegen wäre m.E., um das auszudrücken, was möglicherweise Rolfs Intension ist, der Begriff der Entscheidung dem der Wahl vorzuziehen.
    Und mit Nina Ort “die Entscheidung, eine Unterscheidung zu treffen, mit in den Unterscheidungskalkül einzubeziehen. Diese Entscheidung entspricht der Verdoppelung des Unterscheidungsbegriffs in einem prälogischen “Raum”.
    Bei dieser “Entscheidung, eine Unterscheidung zu treffen” handelt es sich dann freilich um sowas wie die von Derrida “passive Entscheidung” oder “Entscheidung des Anderen” genannte Entscheidung. Nämlich eine Entscheidung, der, weil ihr eine Aufforderung voranging (draw a distinction! etc) jeglicher voluntative Dezisionismus abgeht.”
    4) AL: “Materialentscheidung meint ja nur den Hinweis auf einen pro- und retensionalen nicht-totalisierbaren, uneinholbaren Anweisungs-, Verweisungs- und Verwiesenheitszusammenhang (Tisch braucht Holz, braucht Baum (braucht Wasser und Sonne), braucht Holzfäller etc), der sich für den Hersteller selbst rezeptartig fungierend simplifiziert (“Man nehme drei Pfund Gehacktes…”)[Hervorhebung PB].
    Diese fungierende Simplifikation muß ihrerseits auf eine Technik rekurrieren. Bis hin zu derjenigen, die Mannigfaltigkeit der Sinnesdata zu sortieren, zusammen zu fassen und zu vereinheitlichen (bei Kant übernimmt die Maschine des “tranzendentalen Schematismus” diese Aufgabe.)”
  • Forschungsprogramm: Technik als mögliches Funktionssystem der Gesellschaft
    PB-These: Bis zur Frühmoderne wurden technische Erfindungen weder “systematisch” gemacht noch resultierten sie idR aus einer engen Verbindung von Wissenschaft und Technik (das hat bspw. noch ein Francis Bacon beklagt). Ergo: * Nexus von Wissenschaft – Technik (und Wirtschaft -> Finanzierung) * Systematizität der Technik-Entwicklung scheinen mir zwei Grundmerkmale der Moderne gegenüber der Prämoderne zu sein
  • Forschungsprogramm:  Technikgeschichtliche Beschreibungsweisen
    MariusMeinhof: Sind Fortschrittserzählungen (linear, dialektisch) zumindest paradigmenspezifisch (bzgl. spezifischer “Technik-Familien”) sinnvoll / notwendig?
    PB: Technik-Evolutionserzählungen (Stichworte: variety pool, Mutation, Selektion, Restabiliisierung)
    PB: Essentialismuskritik an linear/dialektischen (Technik)Entwicklungserzählungen.
  • Forschungsprogramm zu Gesellschaftstypik und Technik (Marius Meinhof): Wird Technikentwicklung und Techniknutzung durch den Kontext der Gesellschaft ermöglicht/gefördert oder findet die Fortentwicklung von Technik in allen Gesellschaftsformen auf ähnliche Weise statt?
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